Unsere Therapiekonzepte



Therapiekonzepte

Psychodynamisch-integratives Therapieangebot mit störungsspezifischen Therapieelementen

  • Psychodynamisches (tiefenpsychologisches) Grundverständnis
  • Störungsübergreifendes psychotherapeutisches Basisangebot auf tiefenpsychologischer Grundlage
  • Störungsorientierte Spezialprogramme mit Integration verhaltenstherapeutischer und edukativer Elemente
  • Fachneurologische Mitbehandlung bei neurologischen Erkrankungen
  • Allgemeinmedizinische Beratung
  • Fachdermatologische Mitbehandlung bei dermatologischen Erkrankungen
  • Störungsorientierte Akupunkturbehandlung
  • Hypnosetherapie



Schwerpunkt: Posttraumatische Belastungsstörungen

Zielgruppe

  • Patienten mit posttraumatischen Störungsbildern, insbesondere Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt, Unfällen und Naturkatastrophen, für die eine psychiatrische Behandlung nicht angemessen ist

Anwendung

  •  traumaspezifischer Psychotherapieverfahren (traumaspezifische imaginative Verfahren, EMDR)
  • reizabgeschirmte Räumlichkeiten mit Einzelzimmerangebot
  • Schwerpunktbetreuung mit speziellem Behandlungsangebot
  • Möglichkeiten der Direktaufnahme (bei Notfällen)

Therapiekonzept zur Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen in der Klinik Wersbach.

Die Klinik Wersbach verfügt über ein Behandlungskonzept für PatientInnen mit posttraumatischen Belastungsstörungen mit intensiver individueller Betreuung durch psychotherapeutische und pflegerische Mitarbeiter mit umfassender traumaspezifischer Weiterbildung. Das Therapiekonzept für traumatisierte PatientInnen bietet in individueller Absprache je nach Indikation: traumaspezifische Einzeltherapie von 2 bis 3 Sitzungen pro Woche, ressourcenorientierten Gruppentherapie (Linehan), bei der u.a. psychoedukativ Techniken der Affektregulation und Ressourcenstärkung sowie Bewältigungsfähigkeiten vermittelt werden, traumaadaptierte psychoanalytisch-interaktionelle Gruppentherapie bei zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, Traditionelle Chinesische Medizin, z.B. Akupunktur, kombiniert mit Hypnose und imaginativen Techniken Entspannungsverfahren, (Imaginationsübungen, Qi Gong, AutogenesTraining, Muskelentspannung), Fachärztliche Betreuung (Psychiatrie, Neurologie und Dermatologie im Hause) bei körperlichen Fragestellungen und der Notwendigkeit medikamentöser Behandlung, Kreativtherapeutische Verfahren (Gestaltungstherapie, Tanz- und Ausdruckstherapie oder Musiktherapie), Sporttherapie und Bewegungstherapie, auf die Bedürfnisse traumatisierter PatientInnen abgestimmt, sozialtherapeutische Betreuung, individuelle Betreuung durch Fachpflegekräfte, die langjährige Erfahrung mit dieser PatientInnengruppe haben. Das großzügige Einzelzimmerangebot kommt den Bedürfnissen traumatisierter PatientInnen nach Reizabschirmung entgegen und wird von ihnen sehr geschätzt. Wir haben uns bewusst gegen eine abgetrennte Traumastation entschieden, um in der Patientengemeinschaft Etikettierungseffekte zu vermeiden. Die Therapie posttraumatischer Störungen orientiert sich u.a. an dem Dreiphasenmodell der Traumatherapie, wie es u.a. von Reddemann u. Sachsse beschrieben wurde. Wir beginnen mit der Phase der Stabilisierung und Ressourcenstärkung, die für alle traumatisierten PatientInnen indiziert ist. Dabei betonen wir die Förderung von Selbstheilungskräften und nutzen ressourcenaktivierende Techniken. Imaginativen Verfahren kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Es folgt die Phase der Traumaexposition oder Traumakonfrontation, in der die PatientInnen erneut mit ihren traumatischen Erinnerungen konfrontiert werden, um sie integrieren und verarbeiten zu können. Ob ein traumakonfrontatives Vorgehen sinnvoll und hilfreich ist, wird im Einzelfall gut überlegt, damit es nicht zu einer Retraumatisierung kommt. Bei entsprechender Indikation setzen wir zur Traumabearbeitung die Bildschirmtechnik oder das Verfahren des "Eye Movement Desensitization and Reprocessing" (EMDR) (Shapiro 1998, Hofmann 1999) ein. In der Phase der Reintegration geht es darum, die für traumatisierte Patienten typischen Konflikte und Ich-Funktions-Defizite zu bearbeiten. Im Einzelnen kann die Behandlung von posttraumatischen Störungen höchst individuell gestaltet sein. PatientInnen mit akuten Belastungsreaktionen, z.B. unmittelbar nach einem Verkehrs- oder Betriebsunfall, benötigen in den ersten Tagen nach dem Ereignis vor allem eine Atmosphäre von Ruhe, Sicherheit und annehmender Unterstützung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte, nicht jedoch in jedem Falle eigentliche Psychotherapie. Ihnen steht ein spezielles Angebot zur Verfügung, in dessen Zentrum stützende Kontakte, ressourcenstärkende Imaginationen, die Möglichkeit des geschützten Rückzugs, sozialtherapeutische Unterstützung und ein spezielles Sportprogramm stehen. Patientlnnen mit akuten Belastungsreaktionen können auch ohne vorherige Kostenzusage direkt mit Einweisung bei uns aufgenommen werden. Wir bemühen uns dann um die Kostenübernahme. Bei PatientInnen mit den Symptomen einer anhaltenden posttraumatischen Belastungsstörung nach einer einmaligen Traumatisierung, z.B. nach Verkehrsunfällen oder Naturkatastrophen, aber auch nach personalen Traumatisierungen wie Vergewaltigungen, die im wesentlichen zuvor psychisch gesund und stabil waren, kann meist nach kurzer Stabilisierung mit traumakonfrontativen Verfahren, insbesondere mit EMDR, eine wesentliche Besserung bis hin zur Symptomfreiheit erreicht werden. Bei PatientInnen mit komplexen Traumatisierungen, etwa nach langjährigem körperlichem oder sexuellem Missbrauch in Kindheit und Jugend, treten dagegen die Techniken der traumaorientierten Stabilisierung und Ressourcenstärkung ganz in den Vordergrund, besonders wenn gleichzeitig eine Persönlichkeitsstörung besteht. Stabilisierung und Ressourcenstärkung können über lange Zeit den wichtigsten Teil der Therapie ausmachen. Wenn eine Traumabearbeitung erfolgt, dann nur nach sorgfältiger Überprüfung der Indikation und nach ausgiebiger Stabilisierung. Von Bedeutung für die Wahl des therapeutischen Vorgehens ist weiterhin die Komorbidität, d.h. die Frage, ob bspw. gleichzeitig eine dissoziative Symptomatik, depressive Störung, eine Angsterkrankung, eine Essstörung oder eine Suchterkrankung besteht. Nach sorgfältiger Diagnostik unter routinemäßiger Einbeziehung entsprechender psychometrischer Verfahren werden bei nachgewiesener Indikation hier differenzierte symptomorientierte Therapieansätze eingesetzt. In Hinblick auf die Differentialdiagnostik und Behandlung von begleitenden Persönlichkeitsstörungen ( z.B. emotional-instabile Persönlichkeit ) werden bewährte Elemente der dialektisch-behaviouralen Therapie (DBT) nach Linehan und der übertragungsfocussierten Psychotherapie nach Kernberg (TFP) in die Behandlung integriert. In Bezug auf die häufig vorhandenen interpersonellen Schwierigkeiten hat sich die psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenbehandlung nach dem Göttinger Modell (Heigl, Heigl-Evers) für diese Patientengruppe besonders bewährt. Eine psychopharmakologische Behandlung kann das Krankheitsbild der posttraumatischen Belastungsstörung nicht heilen, wird aber oftmals von den PatientInnen in Krisenzeiten als unterstützend und hilfreich wahrgenommen, um die auftretenden Belastungen zu mildern. Die medikamentöse Einstellung wird bei entsprechender Notwendigkeit in enger Abstimmung mit dem Behandlungsteam und dem Patienten durch Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie vorgenommen. Zu betonen ist nochmals das individuelle Vorgehen in unserer Klinik, welches jederzeit den Bedürfnissen der PatientInnen und den Behandlungsnotwendigkeiten angepasst werden kann. Das "Einpressen" in festgelegte Therapieschemata birgt bei traumatisierten Menschen nach unserer Erfahrung häufig die Gefahr der Retraumatisierung und Destabilisierung. Aus diesem Grunde wird die Eigenständigkeit gefördert und die Übernahme von Verantwortung für den Ablauf der Behandlung den PatientInnen nahe gebracht.

Literatur

Flatten G, Hofmann A, Liebermann P, Wöller W, Siol T, Petzold E (Hrsg) (2001) Posttraumatische Belastungsstörung. Leitlinie und Quellentext. Stuttgart: Schattauer. Hofmann A (1999). EMDR in der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen, Thieme, StuttgartMichal M, Sann U, Niebecker M, Lazanowski C, Aurich S, Kernhof K, Overbeck G (2004) Die Erfassung des Depersonalisations-Derealisationssyndroms mit dem Fragebogen zu Dissoziativen Symptomen (FDS). Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; 3, Berrios, G.M. Michal M, Sann U, Niebecker M, Lazanowski C, Aurich S, Kernhof K, Overbeck G , Sierra M.D (2004) Die Erfassung des Depersonalisations-Derealisations-Syndroms mit der deutschen Version der Cambridge Depersonalisation Scale (CDS) PPmP, 9/10:367-374 Niebecker M, Schellenberg K, Schreiber-Willnow K, Hussy W, Mattke D, ( 2004 ) Behandlungsergebnisse stationärer Psychotherapie bei traumatisierten PatientInnen mit dissoziativer Symptomatik , Vergleich von psychoanalytisch-interaktioneller Gruppentherapie und traumaspezifischer Stabilisierungsbehandlung, Vortrag DKPM in Geldern 2004, PPmP ;2:105Niebecker M, Faber S, ( 2002 ) Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung, Ätiologie, Epidemiologie, Diagnostik und Behandlung, , Rhein-Klinik: Aufsätze aus dem Innenleben Niebecker, M., Schellenberg, K., ( 2004 ) Psychoanalytisch-interaktionelle Gruppentherapie in der Behandlung traumatisierter Patienten mit dissoziativen Symptomen. Arbeitshefte Gruppenanalyse 04, Beltz-Verlag, Weinheim, Basel Reddemann L, Sachsse U (1997). Traumazentrierte Psychotherapie. Teil 1: Stabilisierung. Persönlichkeitsstörungen PTT; 3: 113-47 sowie Teil 2: Traumaexpositionstechniken. Persönlichkeitsstörungen PTT; 3: 77-87Reddemann L (2001) Imagination als heilsame Kraft. Stuttgart: Kleff-Cotta Schellenberg, K., Niebecker, M., Mattke, D., Hofmann, A., Schreiber-Willnow, K., Hussy, W. (2004): Therapie-Evaluation bei traumatisierten Patienten mit dissoziativen Symptomen. Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik, 3/2004, Göttingen

Integrative Behandlung von Somatisierungs- und Schmerzstörungen in der Klinik Wersbach 

Integratives-individuelles Behandlungskonzept: Unter der Annahme, daß man als Kind quasi nicht "gelernt" hat durch eine ausreichend einfühlsame Bezugsperson Erfahrungen des "gehört, verstanden und beantwortet werden" zu machen, soll dem Patienten angeboten werden, im Rahmen der stationären Behandlung in dieser Hinsicht nachzureifen und somit, um es psychodynamisch zu formulieren, positive Selbst- und Objektrepräsentanzen zu entwickeln. Dabei ergänzen sich verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologische Therapieansätze gut. Körpermedizinische Kenntnisse sind unabdingbar zur Herstellung eines tragenden therapeutischen Bündnisses. Die therapeutische Grundhaltung soll geduldig, zugewandt, begreifend-unterstützend und ressourcenorientiert sein. Der Therapeut soll gebend, und nicht fordernd sein oder um es in Anlehnung an Rudolf und Henningsen zu formulieren, "Psychotherapie gelingt am besten, wenn keine Psychotherapie versucht wird." Aus der kurzen Übersicht über ätiopathogenetische Modelle, wird deutlich, daß nicht die objektive Diagnose wichtig ist, sondern das subjektive Krankheitserleben des Patienten sowie psychodynamische Voraussetzungen wie Motivation, Abwehr und Widerstand seitens des Patienten. Klinisch ist es pragmatisch, somatoforme Störungen in der stationären Behandlung nach dem Strukturniveau des P. einzuteilen:

  • somatoforme Störungen als Streß/oder Belastungsreaktion
  • somatoforme Störungen auf neurotischem Strukturniveau
  • funktionelle Beschwerden und Persönlichkeitsstörungen bei traumatischen Kindheitserfahrungen.

Erfahrungsgemäß behandeln wir überwiegend P. aus der zweiten und dritten Gruppe.
Für alle drei Gruppen gelten jedoch folgende schulmedizinisch übergreifende primäre Zielsetzungen

  • Körperliche Missempfindungen von Krankheitszeichen unterscheiden lernen
  • das somatische Erklärungsmodell in psychosomatischer Richtung vorsichtig erweitern
  • psychische Begriffe wie Belastung, Überforderung, Streß ins Krankheitsverständnis einführen
  • Reduktion der Aufmerksamkeit für Körpervorgänge, Förderung des Interesses an der Umwelt
  • Erreichen bestmöglicher Lebensqualität auch bei Fortbestehen der Symptomatik
  • Verhinderung von Chronifizierung und Selbstschädigung durch wiederholte Diagnostik und riskante Therapien.

Neben diesen primären Zielsetzungen versuchen wir, jedem Patienten individuell gerecht zu werden, je nach der bio-psycho-sozialen Situation, in der sich der Patient befindet und abhängig vom Chronifizierungsgrad der Erkrankung und der Motivation des Patienten. Meist sind es akute und dramatische Verschlechterungen der psychischen und physischen Situation, die eine stationäre Aufnahme notwendig machen.

Nach Aufnahme erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch unter Einbeziehung somatischer und psychischer Vorerkrankungen und aktueller Beschwerden. Nach diagnostischer Einschätzung wird der Patient in unser Therapiekonzept eingebunden und im Team reflektiert, welche unserer Therapieangebote für ihn passen sind:
Hierzu gehören

  • tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch orientierte Einzeltherapie
  • tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Gruppentherapie
  • Traditionelle Chinesische Medizin und Hypnose (TCM)
  • kompetente körpermedizinische Versorgung
  • Ressourcengruppe (nach Linehan) bei Persönlichkeitsstörungen oder Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung
  • Entspannungs- und Imaginationsverfahren
  • Balneo-physikalische Maßnahmen
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Non-verbale Therapieverfahren wie Tanz- und Ausdruckstherapie, Musik- therapie und Gestaltungstherapie
  • Pflegerisch-strukturierende Maßnahmen

In den Teamkonferenzen werden Informationen aus allen Behandlungseinheiten zusammengeführt und dort ein individuelles Behandlungskonzept entwickelt, welches je nach Verlauf neu überdacht und angepasst wird. Im Rahmen der Therapie als Lebensraum, werden in der Interaktion mit den Behandlern und den Mitpatienten bewußte und unbewußte Konflikte des P. deutlich, die im Stationsleben inszeniert und wiederum für die Therapie genutzt werden.

Angstbewältigungsgruppe: "Der Weg aus der Angst"

Wenn Angst zur Krankheit wird, fühlen sich die Betroffenen oft nicht in der Lage ihren Alltag zu bewältigen. Der eine ängstigt sich zum Beispiel, einkaufen zu gehen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, der andere kann die Vorstandssitzung nicht leiten. So verschieden die einzelnen Situationen als auch die betroffenen Personen sind, gemeinsam ist allen die Angst. Viele haben das Gefühl die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder zu sterben. Sie leiden an starkem Herzklopfen, Schwindelgefühle, Übelkeit, kalte nasse Hände und weiche Knie, um nur einige Beschwerden zu nennen. In der Angstbewältigungsgruppe wird mit dem Verfahren der "Reizkonfrontation" gearbeitet, um den Weg aus der Angst zu beschreiten. Der Begriff  "Reizkonfrontation" beschreibt Verfahren, bei deren Anwendung geübt wird, sich den gefürchteten Situationen bzw. den gefürchteten Objekt wieder auszusetzen. Es geht um die Erfahrung angstauslösende Situationen ertragen zu können, da die erwarteten unangenehmen Folgen ausbleiben. In der Gruppe wird trainiert, Angst- und Anspannungsgefühle frühzeitig wahrzunehmen und, bei auftretender Angst, selbst die in den Gruppensitzungen erlernten Angstbewältigungsmethoden zur Bewältigung der angstauslösenden Situationen einzusetzen. Im nächsten Schritt wird das Erlernte in der Alltagsrealität angewendet und die Erfolge und Misserfolge in den Gruppensitzungen besprochen und das Vorgehen korrigiert. Schritt für Schritt wird die Kompetenz erlangt, das Leben wieder ohne Angst leben zu können! Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychogenen Störungen der Allgemeinbevölkerung: Etwa 5% aller hier lebenden Menschen sind davon betroffen (Reister & Schepank 1990). Die Spannbreite der Erkrankung reicht von einfachen umschriebenen Phobien ohne eigentlichen Krankheitswert (Spinnenphobie) bis hin zu den Kranken in seinen gesamten Lebensbezügen beeinträchtigenden frei flottierenden Ängsten in Form von Panikattacken oder einer generalisierten Angststörung. Die Angst vor der Angst bindet solche Menschen nicht selten an die Wohnung, die nicht mehr verlassen werden kann. Subjektiv wie objektiv meist noch gravierender ist die ausgeprägte Tendenz zur süchtigen Bindung an abhängigkeitserzeugende Medikamente oder Alkohol oder Drogen. Nicht selten wird diesem Suchtverhalten durch vorschnelle Verabreichung von Tranquilizern ärztlicherseits Vorschub geleistet, so daß wir iatrogene Abhängigkeitsentwicklungen vorfinden. Entsprechend dem unterschiedlichen Schweregrad und der Ausprägung der Erkrankung sind therapeutische Maßnahmen vom Gespräch auf dem Level der psychosomatischen Grundversorgung bis hin zu langwierigen stationären Behandlungen erforderlich. Dabei reicht es in aller Regel nicht aus, die persönlichkeitsstrukturellen Defizite aufzuarbeiten und ein Verständnis für die Ätiopathogenese mit ihren interpersonelle Auswirkungen zu vermitteln. Vielmehr muß der Patient oft auch gegen sein anfängliches Widerstreben mit den angsterzeugenden Situationen konfrontiert werden (Angstexpositionstraining im Einzel und in der Gruppe). Dies geschieht manchmal unter dem Schutz einer antidepressiven Medikation und in therapeutischer Unterstützung und Begleitung Unter der Maßgabe einer psychotherapeutischen Arbeit im "Hier und Jetzt" ist das verhaltenstherapeutisch orientierte Angstexpositionstraining bei den meisten Angstpatienten ein sinnvoll.